Förderverein könnte die Lösung sein

(klicken Sie zum vergrößern auf den Artikel)

Artikel

(klicken Sie zum vergrößern auf den Artikel)

Artikel

Der DLRG Jugend wird durch den Marsberger Stadtrat das Wasser abgedreht

Marsberg. Laut dem Zeitungsartikel „Sechs Millionen Euro für Marsberg als Geschenk fürs Sparen“ vom 1. September 2012 beabsichtigen die Ratsmitglieder der Stadt Marsberg das Lehrschwimmbecken am Burghof aufzugeben. Die betroffenen Vereine sind im Vorfeld über dieses Vorhaben nicht informiert worden und mussten diese Mitteilung schockiert der örtlichen Presse entnehmen.

Die Deutsche Lebens- Rettungs- Gesellschaft (DLRG) der Ortsgruppe (OG) Marsberg ist ebenfalls durch die geplante Schließung des Lehrschwimmbeckens betroffen. Die DLRG ist die weltweit größte ehrenamtlich tätige Wasserrettungsorganisation mit einer fast 100 jährigen Tradition in Deutschland. Die DLRG arbeitet nach dem Leitbild „Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer, jeder Rettungsschwimmer ein Wasserretter,…“.

Insgesamt verfügt die DLRG in Marsberg für die Umsetzung des Leitbildes über zwei wöchentliche Stunden in den städtischen Schwimmanlagen, jeden Montag findet im Hallenbad Diemeltal die Rettungsschwimmausbildung statt und am Freitag ist im Lehrschwimmbecken am Burghof die DLRG Jugend mit der Schwimmausbildung aktiv. Alle weiteren Ausbildungen werden an der vereinseigenen Wachstation am Diemelsee durchgeführt.

Die DLRG OG Marsberg verfolgt den gesellschaftspolitischen Auftrag über Gefahren im und am Wasser zu informieren, Veranstaltungen am Diemelsee abzusichern und vor allem Präventionsarbeit gegen den Ertrinkungstod in Form von Schwimmausbildung ehrenamtlich zu leisten. Die Schwimmausbildung der DLRG ist in Marsberg seit mehreren Jahren voll ausgelastet. Bereits jetzt kann nicht der gesamte Bedarf an Schwimmausbildung für die Marsberger Kinder und Jugendliche durch die ortsansässigen Vereine angeboten werden.

Mit der beabsichtigten Schließung des Lehrschwimmbeckens am Burghof wird die einzige Schwimmstunde der DLRG Jugend gestrichen. Gerade in dieser betroffenen Stunde wird die Basis für die ehrenamtliche Arbeit der DLRG in Marsberg geschaffen. Im Lehrschwimmbecken lernen die Kinder schwimmen, denn der Besitz des „Seepferdchen“ bedeutet leider nicht zwangsläufig, dass die Kinder auch tatsächlich schwimmen können. Häufig fehlen die Kondition, die richtige Technik, das Selbstvertrauen und die Erfahrung, um wirklich ausdauernd zu schwimmen. In dieser Schwimmstunde im Lehrschwimmbecken am Burghof lernen die jüngsten Vereinsmitglieder in Gruppen das Element Wasser besser kennen.

Laut dem letzten Jahresbericht der DLRG sind im vergangen Jahr 2011 410 Menschen in Deutschland ertrunken (die Suizidfälle sind hierbei nicht berücksichtigt worden). „Binnengewässer sind nach wie vor die gefährlichsten Badegebiete. Nur wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Dementsprechend ist das Risiko zu ertrinken um ein Vielfaches höher,“ analysierte Dr. Klaus Wilkens, Präsident der DRLG, die Sicherheitslage an Badestellen, die zumeist für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind im März 2012.

Die Schließung des Lehrschwimmbeckens führt dazu, dass die DLRG Jugend ihre Tätigkeit einstellen muss und somit auch die Existenz der DLRG Ortsgruppe Marsberg langfristig gefährdet ist. Denn ohne Nachwuchs und ohne Jugendförderung kann kein Verein existieren. Für die Schwimmausbildung ist eine geringe Wassertiefe, geringe Ablenkung für die Kinder, viel Platz und keine Einschränkungen in Bezug auf die Lautstärke erforderlich, wie sie im Lehrschwimmbecken gegeben ist.

In Zusammenhang mit der eingeführten Ehrenamtskarte und somit der Würdigung des Ehrenamtes ist es nicht nachzuvollziehen, warum jetzt die Grundlage für die ehrenamtliche Arbeit der Trainer im Bereich Schwimmen entzogen werden soll. In erster Linie werden durch die Schließung des Lehrschwimmbeckens die Vereine betroffen, die einen wichtigen Beitrag für die Jugendarbeit in der Stadt Marsberg ehrenamtlich leisten.

Wenn am 25. September 2012 der Stadtrat der Marsberger Bürger beschließt das Lehrschwimmbecken am Burghof zu schließen, dann führt diese Sparmaßnahme zu einem „Rattenschwanz“, den jetzt noch keiner abschätzen kann. Die Schwimmausbildung soll hier auf ein gefährliches Minimum mit vielen Risikofaktoren z.B. die Wassertiefe, die geringen Schwimmzeiten reduziert werden.

Sparen muss sein, aber es ist schon sehr bedauerlich, dass insbesondere die Sicherheit der Kinder und die Präventionsarbeit gegen den Ertrinkungstod am Diemelsee dem städtischen Sparzwang unterliegt. Nach der Schließung des Freibades und des Lehrschwimmbeckens in Westheim wäre dies jetzt die 3. Badschließung im Stadtbereich Marsberg.

Im Ernstfall ist dann keiner mehr da, der am Diemelsee Hilfe leisten kann oder im Schwimmbad das Schwimmen lehrt. Deshalb laden Stadtsportverband, der Schwimmverein Marsberg und die DLRG OG Marsberg am Freitag, den 21. September 2012 um 18 Uhr alle Marsberg Bürgerinnen und Bürger in die Tenne im Deutschen Haus in Marsberg ein, um das Lehrschwimmbecken am Burghof zu retten. An der Veranstaltung werden auch städtische und politische Vertreter teilnehmen. Bei dieser Maßnahme geht es nicht nur um die vielen Kinder und deren Familien, die jetzt betroffen sind, sondern auch um alle zukünftige Generationen, die dann keine Möglichkeit mehr haben für die Schwimmausbildung und um die Menschen, die das Lehrschwimmbecken schätzen.

Wir sehen uns am 21. September im Deutschen Haus, um gemeinsam den Willen der Marsberg Bevölkerung zu zeigen und vor allem um die Schwimmausbildung auch für die zukünftigen Generationen in Marsberg zu sichern.

Zeitungsartikel über die geplante Schließung des Lehrschwimmbeckens

Einladung zum öffentlichem Gespräch zwischen den Ratsherren und den Vereinen